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Nicht bis August warten

23.04.2020

1.SSV Saalfeld reagiert auf Positionspapier des Deutschen Olympischen Sportbundes

OTZ vom 21.04.2020

Oliver Grau gibt sich da keinen Illusionen hin: „Klar, das Trainieren mit einer Schutzmaske törnt sicher keinen Sportler an. Und Ausdauersport ist damit natürlich nicht machbar. Aber immer noch besser mit Maske trainieren, als wenn wir gar nichts machen", sagt der Vorsitzende des 1. SSV Saalfeld. Dem Chef des zweitgrößten Sportvereines des Landkreises Saalfeld/Rudolstadt, der immerhin etwa 1500 Sportler vertritt, reagiert damit auf ein Positionspapier des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB), mit dem der DOSB mit angepassten Regeln ein Sport treiben ermöglichen will in einer Zeit, in der das strikte Kontaktverbot gelockert beziehungsweise aufgehoben wird.

Der Dachverband des organisierten Sportes, der über 27 Millionen Mitglieder in rund 90.000 Sportvereinen repräsentiert, stellte „zehn Leitplanken" vor, mit denen mit „Hilfe von Übergangs-Regeln zum Sportbetrieb und ihrer konsequenten Anwendung das Ansteckungsrisiko minimiert" werden sollen. Unter anderem gehören zu den Regeln: Freiluftaktivitäten präferieren, Umkleiden und Duschen zu Hause, Fahrgemeinschaften vorübergehend aussetzen, Mitgliederversammlungen und Feste unterlassen sowie Trainingsgruppen verkleinern.

„Die Regeln sind absolut einhaltbar", findet Oliver Grau, der der Überzeugung ist, dass es Sportarten gibt, mit denen man stufenweise und zeitnah wieder mit dem gemeinsamen Sporttreiben starten kann. „Vielleicht gelingt uns das beispielsweise im Reha- und Gesundheitssport, möglicherweise auch im Nachwuchsbereich", so der Vereinsvorsitzende. Natürlich sei es nicht möglich, mittelfristig einfach so wieder mit dem Trainingsbetrieb zu beginnen: Möglicherweise müssen die Trainingsgruppen deutlich verkleinert werden, man in Schichten trainieren. „Wir sollten versuchen, mit den notwendigen Einschränkungen Sport zu treiben. Bis Ende August damit zu warten, können wir nicht", ist Grau überzeugt.

Techniktraining müsste ohne Probleme gehen

Dass es dabei Kontakt-Sportarten wie Fußball, Handball, Judo oder Boxen bei der Umsetzung der Regeln zunächst schwerer haben werden, überrascht nicht. Aber auch hier hat Oliver Grau Ideen, wie man die Durststrecke zumindest etwas mindern kann: „Techniktraining sollte ebenso funktionieren wie zum Beispiel das Einstudieren von Choreografien beispielsweise bei unserer Sport-Aerobic-Abteilung", sagt der Vereinsvorsitzende. Zugleich nimmt er eine sportliche Anleihe beim Boxen: Dort gibt es, nicht erst seit den Krisen-Wochen, das sogenannte Imitationsboxen. So heißt bei den Faustkämpfern das Sparring ohne Berührung, bei denen die Sportler auch bis zu zwei Meter Abstand haben.

Angepasste Regeln im Sport haben in Corona-Zeiten nach DOSB-Einschätzung „unzählige Vorteile": Menschen kommen wieder in Bewegung, stärken dabei ihr Immunsystem und finden beim Sporttreiben einen Ausgleich in schwierigen Zeiten. Wichtig sei auch wieder das Aktivieren sozialer Bindungen trotz Wahrung der Distanz und nicht zuletzt seien Sportvereine sowie ihre Trainer wieder aktiv für ihre Mitglieder da.

Damit wolle man „der durch Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen resultierenden Vereinsamung und dem Bewegungsmangel sowie den hohen sozialen und psychischen Belastungen in den Familien entgegenwirken. Dies kann unter anderem dadurch gelingen, dass wir den vielen Menschen in unserem Land wieder Zugänge zu dem für das physische und psychische Wohlbefinden so wertvollen Sporttreiben in unseren Vereinen ermöglichen. Zu Recht werden unsere Vereine als die sozialen Tankstellen der Gesellschaft beschrieben und gerade für die Kinder und Jugendlichen sowie deren Familien bietet das gemeinsame Sporttreiben einen unschätzbar positiven sozialen Wert", heißt es in dem jetzt veröffentlichten DOSB-Papier.

Letztlich sei das Sporttreiben in den Sporthallen mit dem Einkaufen vergleichbar: „Nachdem Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmeter wieder öffnen dürfen, könnte eine gleiche Regelung ja auch für Sporthallen gelten", schlägt Oliver Grau vor. Natürlich mit den gleichen Einschränkungen und den geforderten Abstand von zwei Metern: „Im Sport“, so sagt der Vereinsvorsitzende ergänzend, „seien da durchaus auch drei Meter denkbar“: Denn auch bei dem dosierten Training kann man ja auch ins Schwitzen geraten.

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